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2009  

F. L. A. Kunzen "Halleluja der

Schöpfung", Joseph Haydn

"Schöpfungsmesse"  


30.10.2009

31.10.2009



Basilika Mariastein

Martinskirche Basel

Friedrich Ludwig Aemilius Kunzen: HALLELUJA DER SCHÖPFUNG (1797)

Joseph Haydn: SCHÖPFUNGSMESSE (1801)


Maria C. Schmid, Sopran

Miriam Feuersinger, Sopran

Anja Kühn, Alt

Dieter Wagner, Tenor

Ulrich Messthaler, Bass

Barockorchester Capriccio Basel

Leitung: Sebastian Goll


Nach dem Jubiläumskonzert mit Felix Mendelssohns ELIAS im 2008 wagte sich der Studienchor im 2009 an eine musikalische Rarität. Der Dirigent und künstlerische Leiter Sebastian Goll stiess in der Notenbibliothek des Klosters Mariastein auf handschriftliche Musikalien, darunter auch das „Halleluja der Schöpfung“ von Friedrich Ludwig Aemilius Kunzen. Das Werk wurde 1797 uraufgeführt, also zwei Jahre vor Joseph Haydns Schöpfung und vier Jahre vor der Schöpfungsmesse.

Aufgrund dieser Konstellation plante der Studienchor Leimental eine konzertante Gegenüberstellung: von Kunzen erklang das „Halleluja der Schöpfung“, von Haydn die „Schöpfungsmesse“.


Friedrich Ludwig Aemilius Kunzen (1761 – 1817)

Friedrich Ludwig Kunzen wurde am 24. September 1761 in Lübeck geboren, wo sein Vater (wie auch schon sein Grossvater und sein Onkel) als Organist tätig war. Nach Anstellungen als Opernkapellmeister in Frankfurt, Berlin und Prag erfolgte 1795 die Ernennung zum Musikdirektor der königlichen Kapelle in Kopenhagen. Hier kam es 1797 in der Karwoche zur Uraufführung des „Halleluja der Schöpfung“. Obwohl früher entstanden, stand fortan Kunzens Kantate mit Haydns „Die Schöpfung“ in Konkurrenz. Dabei wird kaum beachtet, wie anders es textlich und musikalisch gestaltet ist.

Da das Werk lange Zeit ungedruckt blieb, wurde es in Dänemark stets nach dem handschriftlichen Material aufgeführt. Erst 1804 veröffentlichte der Schweizer Komponist, Sängervater und Verleger Hans Georg Nägeli das „Halleluja der Schöpfung“. Die Kantate für Soli, Chor und Orchester wurde nun von Mannheim bis Breslau (Leitung: Carl Maria von Weber), von Danzig bis Wien und Prag mit beachtlichem Erfolg aufgeführt und erklang selbst in kleineren Dorfkirchen. Die Zürcher Partitur wurde auch für das Londoner Konzert in englischer Sprache beigezogen. Ein Wiener Kritiker schrieb 1808: „Das Kunzensche Halleluja - ein herrliches Stück, voll Feuer, Erhabenheit und mildem Reiz, wo sich der Schimmer der modernen mit dem einfachen Schwunge der ältern Musik aufs glücklichste vereinigt“.


Joseph Haydn (1732 - 1809)

Joseph Haydn wurde am 31. März 1732 im Burgenland inmitten kleinbürgerlicher Verhältnisse geboren, verbrachte einen Teil seiner Jugendzeit im Chor der Wiener Sängerknaben. Während seiner fast lebenslangen Anstellung bei Fürst Nikolaus Esterhazy prägte er massgeblich den neuen Stil der Wiener Klassik. Im reifen Alter konzentrierte er sich aber zunehmend auf die Chormusik. Er schrieb zahlreiche grosse Messen, darunter 1801 die Schöpfungsmesse. Die Oratorien „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“ wurden zu seinen grössten Erfolgen überhaupt.

Die vorletzte der sechs späten Messen, die Schöpfungsmesse in B-Dur, stand lange Zeit im Schatten anderer Werke. Inzwischen gilt die Schöpfungsmesse zumindest unter Kennern vielfach als Haydns bedeutendster Beitrag zur Gattung. So weist die auf das „Dona nobis“ folgende chromatisch gefärbte Fuge musikalisch bereits auf den reifen Stil Beethovens hin. Ihren Namen erhielt die Schöpfungsmesse deshalb, weil Haydn im „Gloria“ ein kurzes, notengetreues Zitat aus seinem sehr populären Oratorium „Die Schöpfung“ einbaute.

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